Wort in den Tag: „soweit an euch liegt“
So, am Sonntag ist’s vorbei mit dem Wahlkampf. Falls nicht noch Stichwahlen anstehen, aber ok.
Die ganze Woche hab ich über Miteinander, Gemeinschaft, Rücksichtnahme gesprochen. Aber eines ist mir noch wichtig: Menschen mit Liebe zu begegnen heißt nicht automatisch, jede Meinung auch einfach hinzunehmen. Manchmal muss man um der guten Sache willen auch streiten. Sogar heftig. Das ist auch Demokratie.
Wer andere verächtlich macht, wer abschätzig von anderen redet, wer andere ausgrenzt: Der oder die überschreitet aus christlicher Sicht eine rote Linie.
Paulus schreibt einmal: „Soweit an euch liegt, haltet mit allen Menschen Frieden.“ Aber eben: Manchmal liegt’s nicht an mir. Manchmal ist der Streit und das klare Wort auch nötig.
Ich wünsch euch, dass ihr die richtige Balance findet zwischen gegenseitigem Respekt und harter sachlicher Auseinandersetzung. Und: Ich wünsch euch eine gute, weise und menschenfreundliche Wahl.
Wort in den Tag: Gemeinsam
Oh Mann. Bin ich froh, wenn die Wahlen rum sind. Das ist echt anstrengend und nicht nur auf Social Media wird’s manchmal sogar beleidigend.
Echt, wollen wir in so einer Gesellschaft leben, in der wir uns gegenseitig die Köpfe einschlagen?
In meinem Heimatort hab ich was anderes erlebt. Da hat die eine Partei der anderen schon mal den Bauzaun fürs Banner aufgestellt, dafür wurde ihnen dann woanders geholfen. Die Kandidierenden besuchen sich gegenseitig auf Veranstaltungen. Und wenn Plakate beschädigt sind, richten sie nicht nur die der eigenen Partei wieder her.
Gemeinsam geht’s halt besser. Was nicht heißt, dass man manchmal nicht auch hart um eine Sache streiten muss. Hat Jesus auch gemacht.
Ich wünsch euch eine gute Wahl. Und dann, im Gemeinde- oder Stadrat: Menschen, die so gemeinsam für ihren Ort da sind.
Wort in den Tag: Zuhören
So, Endspurt, am Sonntag sind Wahlen und dann ist erst mal wieder Ruhe.
Wie immer vor Wahlen, geht es überall ganz schön hoch her. Die Emotionen kochen über. Partei A gegen Partei B. Und beide gegen C.
Wie wär’s, wenn wir auch in dieser aufgeheizten Phase einfach mal darauf hören, was der, die andere wirklich zu sagen hat? Vielleicht hat mein Gegenüber ja sogar mal Recht?
Ich fänd’s schön, wenn wir wieder mehr ins Zuhören und ins Miteinander kommen. Denn das ist Demokratie.
Ich wünsch euch ein offenes Ohr auch für die Argumente der Gegenseite. Und für euren Ort ein Wahlergebnis, das die Gemeinschaft und das Miteinander stärkt.
Wort in den Tag: „Die haben auch gute Leute!“
Am Sonntag ist Wahl. Ja, langsam wird’s Zeit, dass das rum ist. Ich hab schon Briefwahl gemacht, denn diese riesigen Stimmzettel musst du ja erst mal überblicken.
Natürlich kannst du einfach ein Kreuzchen bei einer Partei machen. Aber ich finde es gerade schön, dass ich querbeet durch alle Parteien einzelne Leute unterstützen kann, die ich gut finde. Und bei uns im Ort hab ich jetzt schon mehrmals gehört: „Ich bin ja eigentlich Partei A, aber die anderen da haben echt gute Leute auf ihrer Liste, denen geb ich auch ein paar Stimmen.“
Es ist kompliziert. Demokratie ist meistens kompliziert. Aber ich finde, es lohnt sich. Denn Demokratie heißt auch: Über den Tellerrand schauen. Menschen sehen, nicht nur Parteien.
Ich wünsch euch einen guten Blick für die Menschen, die eurem Ort gut tun können. Quer durch die Listen.
Wort in den Tag: Unser starkes Kreuz
Na, Kreuzchen schon gemacht? Oder geht ihr klassisch am kommenden Sonntag ins Wahllokal? Ja, bald sind Kommunalwahlen, man kann’s ja kaum übersehen. Viele engagierte Menschen wollen die Zukunft der eigenen Kommune mitgestalten, die meisten ehrenamtlich. Hut ab!
Die evangelische Kirche hat eine Aktion gestartet: „Unser starkes Kreuz“. Denn: Christsein bedeutet auch, dass wir nicht nur abgehoben vor uns hin beten, sondern Teil der Welt sind. Dass wir auch mal streiten um den richtigen Weg, Jesus hat das übrigens auch gemacht.
Wir unterstützen alle, die sich für Demokratie einsetzen. Für Verständigung. Für Mitmenschlichkeit. Und wir rufen dazu auf, Personen zu wählen, die dafür stehen. Und die gibt es in fast allen Parteien.
Ich wünsch euch eine gute Wahl. Macht ein starkes Kreuz am Sonntag. Für Demokratie, Verständigung und Miteinander.
Wagenkirche: Zweite Wahl
So, da sind wir wieder mit der Wagenkirche! Was für eine Wahl-Woche war das!
Ja, nun haben wir wirklich einen neuen Papst! Leo XIV. (...)
Ach so, ja, das stimmt! Das hab ich gestern natürlich auch verfolgt, obwohl es mich als Evangelischen ja nur am Rand angeht. Ich meinte vor allem die Wahl von Bundeskanzler Friedrich Merz, die ja ganz schön dramatisch war. Durchgefallen im ersten Wahlgang.
Na ja, so schlimm ist das doch auch nicht, finde ich. Unser neuer Papst hat sogar vier Wahlgänge gebraucht, um Papst zu werden.
Wort in der Mitte: Für alle. Mit Herz und Verstand.
Liebe Vesperkirchengäste, liebe Gastgeberinnen und Gastgeber,
Was haben Sie heute gewählt? Tagessuppe ja oder nein? Lasagne oder Pilzragout? Boah, da wird’s für mich schon schwierig mit der Auswahl.
Aber na ja, Sie werden sich entschieden haben oder haben die Wahl noch vor sich.
Eine andere Wahl beschäftigt uns in diesen Tagen sehr intensiv und sie ist sicher schwieriger als die, was ich heute essen will. Viele Parteien und sehr unterschiedliche Programme stehen da zur Wahl. Von mir werden Sie heute natürlich keine Empfehlung für eine Partei hören. Aber evangelische und katholische Kirche haben gemeinsam eine Aktion zur Wahl gestartet. Die heißt: Für alle – mit Herz und Verstand.
Wort in den Tag: Wählt das Gute!
Prüft alles und behaltet das Gute. Das ist die Jahreslosung, sozusagen die biblische Überschrift für das neue Jahr.
Puh. Mir fallen gleich die Wahlen ein in diesem Jahr. Was ist das denn, das Gute? Welche Partei vertritt das Gute? Da werden wohl selbst wir Christinnen und Christen unterschiedlicher Meinung sein, und das ist ja auch gut so.
Wort in den Tag: Stimm für Kirche
Stimm für Kirche! So heißt die Werbeaktion für die evangelische Kirchenvorstandswahl am Sonntag. Was für ein schräger Slogan, war meine erste Reaktion. Aber inzwischen find ich den richtig gut. Denn mit vielen verschiedenen Plakatmotiven zeigen wir, wie vielfältig Kirche sein kann. Stimm für heilige Momente. Stimm für Vielfalt. Stimm für Glücksmomente. Stimm für offene Ohren. Stimm für … ach, unsere Kirche ist wirklich immer noch so vielfältig, so bunt, und, ja auch zahlreich.
Wort in den Tag: Wählen – nicht so einfach
Wenn Sie evangelisch sind, haben sie in den letzten Wochen Post bekommen. Wenn nicht, kennen Sie die Situation aber auch: Ein mehr oder weniger großer Stimmzettel. Namen drauf, die ich vielleicht gar nicht kenne. Wofür stehen die Leute? Bei politischen Wahlen kann ich mich ja noch an den Parteien orientieren. Aber hier bei der Kirchenvorstandswahl lese ich zu jeder Person, die kandidiert, vielleicht mal zwei, drei Sätze im Gemeindebrief. Hilfe!

