Ansprache zur Fahrradsegnung: Auch im finsteren Tal - Gott ist bei mir!
gemeinsam mit Joachim Werb zur Fahrradsegnung anlässlich der Kidical Mass Demo in Schweinfurt
wegen eines technischen Fehlers leider kein Aufnahme
„Jeder Teil dieser Erde“, ja lieber Joachim, also, wenn ich mit dem Fahrrad fahre, dann gibt’s da doch Teile der Erde, die sind mir lieber als andere. Ich hätte da so einige Stellen hier in Schweinfurt, an denen ich echt immer froh bin, wenn ich da heil durch komme.
Ja, das kenne ich auch! (evtl. Beispiel)
Bei mir ist es die Maxbrücke – und dann links Richtung Wehranlagen. Da bin ich jedes Mal froh, wenn ich irgendwie rüberkomme.
Ja, da gibt es schon mache Ecken, die wirklich schwierig und gefährlich sind. Das erinnert mich an den 23. Psalm. Kennst du bestimmt.
Ja klar, hab ich schon als Konfirmand auswendig gelernt! Aber wie kommst du denn vom Fahrradfahren auf den Psalm „Der Herr ist mein Hirte“?
Natürlich kannten die Leute damals noch keine Fahrräder, klar. Aber gefährliche Wege, die kannten sie. „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück.“ Ich finde, das passt richtig gut!
Ja, das stimmt natürlich. Aber es ist natürlich trotzdem keine Vollkaskoversicherung. Also: „Ich glaube an Gott, also fährt mich an der Kreuzung garantiert kein Auto um“, so funktioniert das leider nicht.
Nein, natürlich nicht. Und auch in dem Psalm bleibt das finstere Tal ja bestehen und Gott stellt da keine Lampen auf oder so. Aber was der Psalm verspricht: Gott ist dabei. Auch dann, wenn’s mir mal nicht gut geht. Und ich finde, das ist eine ganze Menge!
Das ist ein schöner Gedanke, finde ich. Und außerdem geht’s in dem Psalm ja auch nicht die ganze Zeit um die schweren Momente. Ganz im Gegenteil! Der Sennfelder See ist auch drin.
Jetzt bin ich verwirrt.
OK, nicht direkt der See. Aber „Du weidest mich auf einer grünen Aue und führst mich zum frischen Wasser.“ Da musste ich jetzt gerade an meinen Weg mit dem Fahrrad von Gochsheim nach Schweinfurt denken. Da fahre ich nämlich immer über die Felder, durch Sennfeld, am Sennfelder See und durch die Wehranlagen. Eine wunderschöne Strecke!
So können wir die Natur genießen. Gott ist bei uns an den schönen und an den dunklen Tagen. Über die grüne Aue und im tiefen Tal.
Auch wenn wir jetzt keine Schafe sind wie in dem Bild, das der Psalm verwendet – für uns als Fahradfahrer:innen gilt das auch.
Ach ja, wir haben noch was vergessen. Die Straße kommt wirklich vor.
Ja, stimmt, jetzt wo du’s sagst! „Er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen“. Heißt natürlich nicht rechts im politischen Sinn. Sondern die „richtige“ Straße. Der gute Weg.
Heute fahren wir mit einem Segen los. Das finde ich schön! Wie gesagt, das bewahrt uns nicht vor Unfällen. Aber es ist ein Zeichen: Gott ist mit auf dem Weg.
Oder wie’s der Psalm am Schluss schreibt: „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Haus des Herrn immerdar.“
Amen.


