Strandandacht in Ouddorp: Angespült - die Muschel
Strandandacht in Ouddorp/NL am Leuchtturm am 11.8.2026 19:30
Begrüßung
Kurze Vorstellung
Angespült
„Und siehe, es war sehr gut“. So heißt es in der Schöpfungserzählung.
„Buitengewoon schoon“ heißt eine Gruppe, die hier am Strand nach Fundstücken sucht. Einige davon sehen wir uns in diesen Tagen an. Letzten Sonntag waren’s Mammutzähne. Heute, hier am Strand, werden wir auch etwas zu entdecken haben. Buitengewoon schoon – außergewöhnlich sauber. Aber natürlich schwingt da auch unser deutsches Wort „schön“ mit. Und, darauf hat mich Rini aufmerksam gemacht: Buiten gewoon schoon kann auch heißen: Draußen einfach sauber. Ja, es ist so einfach. Halten wir die Natur sauber – und schön. Da steckt so vieles drin, wenn wir jetzt an diesem wirklich außergewöhnlich schönen Strand auf Entdeckungstour gehen.
Buiten gewoon schoon – „Und siehe, es war sehr gut“.
Lasst uns diese Schönheit der Welt, die Schönheit dieses Strandes, heute entdecken, ihr ein wenig nachspüren.
Lasst uns heute spüren: Wir sind ein kleiner Teil dieser außergewöhnlich schönen Welt.
wundersame Entdeckungen
Für heute habe ich einen gar nicht so außergewöhnlichen Gegenstand dabei: Eine kleine Muschel. Außergewöhnlich schön. Aber bei genauerem Hinsehen: Nicht perfekt. Da ist ein Loch, kreisrund. Oft schon habe ich mich gefragt, woher diese kleinen runden Löcher kommen.
Die Antwort ist ein kleines bisschen gruselig. Denn: Die Löcher machen nicht die Muscheln selbst. Die Löcher machen Nabelschnecken mit einer Art Zunge, die wie ein Bohrer funktioniert. Damit bohren sie ein Loch in die harte Schale der Muschel – und ernähren sich dann von der Muschel.
Ich hätte nie gedacht, dass eine Schnecke so was kann. Die Muschel scheint so hart, so ein sicheres Gehäuse. Und dann kommt eine einfache Schnecke daher und bohrt ein Loch. Mit der Zunge.
Wie ist das bei dir?
Hast du auch manchmal eine harte Schale um dich herum?
Einen perfekten Schutz, den du brauchst, um leben zu können.
Einen begrenzten Raum, der dir sicher erscheint.
Und dann geschieht etwas.
Deine Schale bekommt Löcher. Wird unperfekt.
Vielleicht wirst du nicht gleich aufgefressen, natürlich nicht.
Aber trotzdem: Dein Leben gerät aus dem Takt.
Gewohntes geht zu Ende.
Da ist ein Loch in deiner harten Schale.
Das Loch ist vielleicht nicht gut.
Aber so ein Loch, so eine Beschädigung, das muss ja nicht das Ende deiner Geschichte sein.
Vielleicht bringt es dich dazu,
dich wieder mehr aus deiner Schale herauszuwagen?
Vielleicht macht es dich weicher?
Vielleicht ist es genau der Anstoß, den du brauchst, um Neues zu wagen?
Wir gehen ein Stück am Strand entlang.
Vielleicht findest du eine Muschel, mit oder ohne Loch.
Vielleicht sagt sie dir etwas über dein eigenes Leben.
Lesung: Gen 1
Gott sprach:
»Lasst uns Menschen machen – unser Ebenbild,
uns gleich sollen sie sein!
Sie sollen herrschen über die Fische im Meer
und die Vögel am Himmel,
über das Vieh und die ganze Erde,
und über alle Kriechtiere auf dem Boden.«
27Gott schuf den Menschen nach seinem Bild.
Als Gottes Ebenbild schuf er ihn,
als Mann und Frau schuf er sie.
28Gott segnete sie und sprach zu ihnen:
»Seid fruchtbar und vermehrt euch!
Bevölkert die Erde und nehmt sie in Besitz!
Herrscht über die Fische im Meer
und die Vögel am Himmel
und über alle Tiere, die auf dem Boden kriechen!«
Und so geschah es.
31Gott sah alles an, was er gemacht hatte:
Und siehe, es war sehr gut.
sich treiben lassen
„Angespült“ – so ist diese kleine Strandwanderung überschrieben.
Viele Dinge werden hier angespült.
Diese Muschel mit Loch. Alte Gegenstände. Müll.
Manchmal treiben auch wir wie durchs Meer.
Es geht hierhin und dorthin.
Was ist dein Ziel?
Wohin spült es dich?
Was wäre ein guter Ort, um angespült zu werden?
Wo möchtest du gerne landen?
Stell dir vor, du könntest in irgend einem Leben angespült werden.
Wo wärst du gerne?
Wohin soll das Leben dich treiben?
Welche Richtung möchtest du den Wellen deines Lebens geben?
Denke darüber nach oder unterhalte dich mit anderen darüber, während wir noch ein Stück weitergehen.
Außergewöhnlich schön
Außergewöhlich schön.
Ja, so ist dieser Strand.
So ist diese Welt.
Trotz aller negativen Seiten.
Trotz all dem Müll, den Kriegen, den Feuern, dem Streit:
Diese Welt ist außergewöhnlich schön.
Das ist Gottes Prädikat für diese Welt. „Und siehe, es war sehr gut“.
Und: Du bist ein Teil davon.
Du bist ein Teil dieser außergewöhnlichen Schöpfung.
Du bist außergewöhnlich schön.
Mit all deinen Löchern in der Schale.
Mit all den Beschädigungen, die das Leben so mit sich bringt.
Du bist außergewöhnlich schön.
Gott sieht dich an.
Und er sagt:
Sehr gut.
Lasst uns noch ein Stück weitergehen und die Schönheit dieses Strands genießen.
Segenspsalm nach Psalm 121
Ich hebe meine Augen auf
zu den Dünen, zum weiten Himmel,
zur Sonne über dem Meer.
Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt von Gott, der Himmel und Erde gemacht hat
Meine Hilfe kommt von Gott,
der Himmel und Erde gemacht hat –
und Strand, Wellen, Sandburgen,
Salz auf der Haut und Wind in den Haaren.
Gott, der überall ist – auch hier.
Meine Hilfe kommt von Gott, der Himmel und Erde gemacht hat
Er lässt deinen Fuß nicht gleiten,
auch wenn der Boden unter dir manchmal weich ist
wie nasser Sand,
und du nicht weißt, wie es weitergeht.
Meine Hilfe kommt von Gott, der Himmel und Erde gemacht hat
Der Herr behütet dich –
beim Aufbrechen, beim Ankommen,
beim Fragen und Suchen,
beim Träumen und Planen,
beim Loslassen und Neuanfangen.
Meine Hilfe kommt von Gott, der Himmel und Erde gemacht hat
Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang,
deinen Urlaub und deinen Alltag,
dein Herz und deinen Verstand,
dein Leben und alles, was du bist.
Meine Hilfe kommt von Gott, der Himmel und Erde gemacht hat
Segen
Lied: Abend ward bald kommt die Nacht
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