Licht im Dunkeln

Ostersonntag, 5:15 Uhr. Im Dunkeln fahre ich nach Schweinfurt. Seltsam, wer um diese Zeit alles unterwegs ist. Einige sind auf dem Heimweg von der Disco oder was auch immer sie in dieser Nacht getan haben - das ganz normale Leben. Doch vor der dunklen Kirche brennt ein kleines Feuer. Im Eingang drängen sich die Menschen. Es ist still, bis der Chor beginnt zu singen. Und schließlich wird, als erstes Licht, die Osterkerze in die dunkle Kirche getragen.

Unschuldig!

Die Karwoche, die Woche vor Ostern, ist eine seltsame Zeit. Sie soll uns daran erinnern, wie Jesus gelitten hat vor seinem Tod. Ich glaube, viele Menschen drücken sich heute davor, oder wissen erst einmal gar nichts damit anzufangen. Was geht uns das heute an, wenn ein Mensch, selbst wenn er Jesus von Nazareth heißt, vor 2000 Jahren ausgepeitscht, verspottet, gekreuzigt wurde? Das ist lange her – hat es denn unsere Welt irgendwie verändert, besser gemacht?

Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott.

Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott. Ein erfülltes Leben braucht keinen Glauben.

Mit diesem Slogan sollen - nach England, Spanien und anderen Ländern - nun auch in Deutschland Busse fahren. Die Verkehrsbetriebe aber wollen nicht. Schade eigentlich - ich glaube, die öffentliche Diskussion täte auch uns gut.

Nicht nur zur Weihnachtszeit

Es schneit. Weihnachtliche Gefühle kommen auf. Ich überlege ernsthaft, ob man Weihnachten nicht auf Frühlingsanfang verlegen sollte; da gäbe es wahrscheinlich häufiger weiße Weihnachten. Auf dem Heimweg von der Schule komme ich an einem geschmückten Osterbrunnen vorbei. In der Bäckerei kaufe ich mir noch einen Faschingskrapfen und mache mir zu Hause einen Adventstee dazu. Ja, was haben wir jetzt eigentlich? Weihnachten? Ostern? Passions- und damit Fastenzeit?

Weltfrieden durch Hüpfen

Gestern, ich fuhr gerade ganz in ernste Gedanken versunken ins Büro, hielt das Auto vor mir an, ein kleines Mädchen stieg aus und fing sofort an zu hüpfen. Fröhlich winkte es den Eltern (?) hinterher und hüpfte davon, vielleicht zu einer Freundin. Ich musste einfach grinsen, weil dieses Mädchen so überaus fröhlich war. Und dieses Grinsen, das hat noch eine ganze Weile vorgehalten. Meine Arbeit ging viel beschwingter, machte sich fast von allein. Vielleicht können wir alle heute mal jemanden mit unserer Fröhlichkeit anstecken?

Warum?

Vermutlich fragen sich das heute viele Menschen auf der ganzen Welt: Warum mussten diese 16 Menschen bei dem Amoklauf in Winnenden sterben? Warum musste es wenige Stunden vorher in Alabama elf Tote geben, darunter ein kleines Baby? Warum müssten überhaupt Menschen vor der Zeit sterben? Warum müssen Menschen leiden? Warum streiten sie, hassen sie, tötet einer den anderen? Und müsste Gott nicht eingreifen bei so etwas?

Auf den ersten Blick hört sich unsere heutige Tageslosung in diesem Zusammenhang an wie Hohn: