Wort in der Mitte: Frohe Weihnachten!

Wort in der Mitte am 2.5.2023

Liebe Vesperkirchengäste, liebe Gastgeberinnen und Gastgeber!

Letzte Woche hab ich mal in alten Fotos gestöbert und da ist mir aufgefallen:

Diesmal fehlt etwas in der Vesperkirche!

Etwas, was sonst immer im Hintergrund war – heute aber nicht. Einfach nicht da. Liebe Organisatorinnen, da muss ich mich schon mal beschweren!

Nein, vermutlich kommen Sie nicht drauf, was ich meine. Es ist – der Weihnachtsbaum! Ich hab mal wenigstens einen kleinen mitgebracht.

Klar, sonst hatten wir Vesperkirche immer im Januar/Februar, da blieb der einfach noch stehen und leuchtete schön mit seinen Kerzen über das Geschehen. Heute steht hier ein Osterstrauch, auch schön, ein farbenfrohes Symbol für das Leben und die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod.

Aber die Lichter vom Weihnachtsbaum, die fehlen einfach.

Dabei finde ich das gerade bei der Vesperkirche wirklich passend. Nicht nur, weil wir uns sozusagen gegenseitig etwas schenken wie an Weihnachten. Sie, die Gäste, schenken uns Ihre Zeit, Ihre Anwesenheit, Ihre Gedanken, Ihre Gefühle. Ihre gute oder schlechte Laune. Und Sie, die Gastgeberinnen und Gastgeber, schenken den anderen ebenfalls Zeit, Zuwendung, Freundlichkeit. Und Sie arbeiten wirklich hart dafür.

Vor allem aber finde ich am Weihnachtsbaum die Lichter schön. Sie sind ja ein Symbol dafür, dass Jesus als Licht der Welt zu uns gekommen ist. Aber Jesus hat das sozusagen auf uns alle ausgedehnt. „Ihr seid das Licht der Welt!“ sagt Jesus einmal. Ich glaube, ein bisschen was davon können wir hier spüren. Davon, dass wir alle gemeinsam Licht der Welt sind.

Alles in der Welt wird gerade irgendwie schwieriger, sorgenvoller, teurer, schwerer, dunkler. Aber hier in der Vesperkirche können wir gemeinsam die Welt ein bisschen heller machen.

Dafür brauchen wir auch gar nicht unbedingt einen Weihnachtsbaum. Wir bräuchten nicht mal die kleinen Kerzen auf den Tischen, die uns das auch nochmal sagen: Ihr seid das Licht der Welt!

Dafür brauchen wir uns vor allem gegenseitig. Weil wir uns begegnen, hier, in den Bänken, an den Tischen, an den Aktionsständen, wo auch immer. Weil wir einander anlächeln, zuhören, uns helfen oder uns einfach nur freundlich guten Appetit wünschen.

Ihr seid das Licht der Welt! Das sagt Jesus.

Auch, wenn Sie vielleicht voller Sorgen und schwerer Gedanken hierher gekommen sind: Lassen Sie sich anstecken davon. Begegnen Sie anderen. Und wenn’s gut geht, dann gehen sie heute erleuchtet mit einem strahlenden Lächeln nach draußen. Und sind noch weiter Licht für die Welt. Heute, morgen, diesen Monat, das ganze Jahr: Seien Sie Licht für die Welt. Die hat’s nämlich dringend nötig.

Frohe Weihnachten – ich meine natürlich: Eine fröhliche Vesperkirche!

Amen.