Wagenkirche: Gott ist nahe allen, die ihn anrufen

Wir begrüßen Sie ganz herzlich zu unserer Wagenkirche! 

(Heikos Handy klingelt) Kuschel? Ja, hallo, Frau Müller! Kann ich Sie nachher zurückrufen? Ja, bis gleich! - So, Entschuldige bitte, Ulli!

Sag mal, das hast du doch sonst nie, dass du hier ans Handy gehst.

Ja, ist alles grade ein bisschen kompliziert. Mein Büro ist umgezogen, aber der Telefonanschluss braucht noch ein bisschen. Und jetzt läuft alles über mein Handy mit Rufumleitung. Dann kommen die Anrufe halt auch mal im ungünstigen Moment.

Predigt: Bis zum Tod und wieder zurück!
Heiko Kuschel 27. März 2016 - 12:03

Liebe Gemeinde!

Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab? So fragt der kleine Hase den großen Hasen. Immer größer werden die Vergleiche. Und am Schluss sagen sie: Bis zum Mond und wieder zurück, so lieb hab ich dich! Dann schläft der kleine Hase glücklich ein.

Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab? So fragt Gott uns. Und immer wieder zeigt er es uns. Manchmal in ganz kleinen Dingen. In einem köstlichen Frühstück. Im Lächeln eines anderen Menschen. Oder ganz groß: Im Schrei eines neugeborenen Kindes. Im Kuss eines geliebten Menschen. In der Sonne, die mich kraftvoll wärmt.

“Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?“ fragt Gott. “Bis zum Tod - und wieder zurück.“ #Ostern

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Endlich wieder Schokolade!
Heiko Kuschel 26. März 2016 - 9:00

 Rudolpho Duba  / pixelio.deGastbeitrag für die Osterausgabe (26.3.) von Volksblatt und Volkszeitung

Endlich wieder Schokolade! Oder Wein. Bier. Was auch immer. Manche von Ihnen werden in den letzten Wochen gefastet haben. Weil's Tradition ist. Oder weil's schlank macht. Oder weil Sie diese Fastenzeit tatsächlich besonders intensiv erleben wollten. Vielleicht, weil Sie sich frei machen wollten von alten Gewohnheiten, von Dingen, die Sie sonst tagtäglich begleiten.

Ja, sieben eher trübe Wochen waren das in unseren Kirchen. Ernste Lieder, ernste Lesungen. Predigten, die an das Leiden Jesu erinnerten. Keine Schokolade. Und dann der Höhepunkt des Ganzen: An Karfreitag haben wir um Jesus getrauert. Wir haben getrauert um einen Menschen, der damals so vielen Hoffnung gebracht hat. Um einen Menschen, der von der unbedingten Liebe Gottes erzählte. Der Kranke heilte. Der sich denen zuwandte, mit denen keiner etwas zu tun haben wollte. 

Wagenkirche: Vom Nikolaus zur Ostersonne

Ulli gibt Heiko einen Schokolade-Nikolaus

U: Heiko, ich schenke dir mal was, weil du immer so brav mit mir die Wagenkirche durch Schweinfurt ziehst.

H: Willst du mich veräppeln, das ist doch noch ein Nikolaus.

U: Ja, du hast recht!

H: Aber wir haben doch schon fast Ostern?

U: Stimmt, nächste Woche feiern wir das Osterfest.

H: Was soll ich dann noch mit dem Nikolaus?

U: Essen natürlich. Oder deinen Kindern schenken. Damit er endlich weg ist. Der steht nämlich schon seit 6.12.2015 auf meinem Schreibtisch. Noch ist er nicht geschmolzen von der Sonne.

H: Ja, die Sonne und Ostern – das ist ein gutes Stichwort. Endlich Sonne, endlich Frühjahr, und bald kommt Ostern.

U: Ja, es wird wirklich Zeit. Und die Sonne und Ostern gehören ja auch zusammen.

H. Wie? Warum?

U: Na ja, an Ostern feiern wir die Auferstehung Jesu. Das Leben eben. Durch die Sonne kommen ja auch die ganzen Pflanzen aus der Erde zum Vorschein, die gesät wurden.

H: Und die vielen Menschen, die kommen auch heraus und setzen sich an die Straßencafés, um sich die Sonne aufs Gesicht scheinen zu lassen …

Predigt zum Schulschlussgottesdienst der Landwirtschaftsschule: Pflanz einen Baum!
Heiko Kuschel 18. März 2016 - 10:21

Predigt zum Schulschlussgottesdienst der Landwirtschaftsschule

Schweinfurt, 18.3.2016

Text: Ps 1,3 Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht.


Petra Dirscherl  / pixelio.de
Bild: Petra Dirscherl  / pixelio.de  

„Pflanz einen Baum, der Schatten wirft und beschreibe den Himmel, der uns blüht“, so haben wir gerade gesungen. Selbst, wenn Sie jetzt vielleicht gerade nicht in der Situation sind, dass Sie ein Haus bauen wollen – so direkt ist das Lied ja gar nicht gemeint. Sondern eher so: Wie gestalte ich mein Leben? Was ist darin wichtig? Ist es nur Arbeit, Arbeit, Arbeit – oder ist da Platz für mehr?

Wie es euch belebt: Ansprache beim MehrWegGottesdienst am 15.3.2016
Heiko Kuschel 13. März 2016 - 21:43

 

In einer kleinen sizilianischen Gemeinde herrschte seit Wochen große Trockenheit. So schickte die Gemeinde eine Abordnung zum Pfarrer. Die sollte ihn bitten, Bittgebete zum Himmel zu senden, um die Ernte zu retten. Der Pfarrer rief: "Oh ihr Ungläubigen! Da macht ihr den langen Weg zur Kirche, damit ich Gott um Regen bitte. Aber keiner von euch hat einen Regenschirm dabei für den Heimweg!"

Mit diesem Witz habe ich vor immerhin 23 Jahren meine allererste Predigt als Theologiestudent begonnen. Und das nicht einfach so, weil's halt ein schöner Gag ist. Sondern aus einem für mich ganz wichtigen Grund: Lachen befreit. Und unsere frohe Botschaft kann ich mit einem mürrischen Gesicht nicht wirklich überzeugend weitergeben.

Wagenkirche: Mach mal Pause!
admin 11. März 2016 - 14:10

So, endlich ist die Wagenkirche mal wieder unterwegs! Ach, das hat mir schon richtig gefehlt. Einmal in der Woche die Kirche Gassi führen, raus an die frische Luft, mit den Leuten ins Gespräch kommen.

Ja, ich hab mich auch schon sehr darauf gefreut! Aber sag mal, Heiko, ich war ja nicht von Anfang an dabei. Warum machen wir überhaupt Winterpause? Kannst du mir das mal erklären?

Texte der Klänge in der Nacht am 26.2.2016 Heiko Kuschel 26. Februar 2016 - 21:00

Mose

Mose an der Kanzel

 

Mose in Rot: “Ein kaltes, gebrochenes Halleluja singe ich.“ Klänge in der Nacht

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Ich bin Mose. Vor über 300 Jahren stellte man mich unter diese Kanzel. Als ein Zeichen für die Menschen: Die Predigten hier, sie stehen auf dem Grund der Zehn Gebote. Die Predigten, die hier gehalten werden, sie fußen auf dem Alten Testament. Ihr habt gemeinsame Wurzeln mit dem Judentum. Manchmal, in eurer Geschichte, da wäre es gut gewesen, ihr hättet auf dieses Zeichen geachtet.

Ich bin Mose. Vor über 300 Jahren stellte man mich unter diese Kanzel. Gott zu Lob und Ehre. Doch d1as Halleluja, das ich so gerne singen möchte: Es kommt mir nur zaghaft über die Lippen. Wie kann ich Gott loben und preisen in einer Welt, die so voll Hunger, Krieg, Angst, Vertreibung, Flucht und Hass ist? Wie kann ich Gott loben in einem Land, in dem schutzsuchende Menschen vom Pöbel bedrängt werden, so dass sie nicht aus dem Bus in ihr neues Heim zu gehen wagen? Wie kann ich Gott loben in einem Land, in dem Häuser brennen und die Umstehenden jubeln?

Wort in den Tag: Alte Lasten abwerfen
Heiko Kuschel 19. Februar 2016 - 6:40

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!

Zu viel Spinnweben und zu viel Kram. Zu viel Altlast in Tupperwaren. So singt die Band Silbermond in ihrem Song „Leichtes Gepäck“.

Manchmal tragen wir ganz schön viel altes Zeug mit uns herum. Ganz wörtlich, Spinnweben in der Ecke. Kisten im Keller, die schon lange weg gehören. Aber auch in uns drin, in der Seele: Da gehört eigentlich auch mal richtig aufgeräumt. Sich von alten Verletzungen verabschieden. Von Altlast, fein säuberlich aufbewahrt im Gedächtnis. Von Spinnweben. Von Gedanken, die uns runterziehen.

Wort in den Tag: Lasten loswerden - Fasten
Heiko Kuschel 18. Februar 2016 - 6:40

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!

„Leichtes Gepäck“ heißt ein Song von Silbermond. Es geht darum, wie vieles wir so angehäuft haben in unserem Leben und dass wir doch das meiste davon überhaupt nicht brauchen. Und dann kommt dieser Satz:

Auch die Armee aus Schrott und Neurosen auf deiner Seele wächst immer mehr.

Ja, da hat Silbermond recht. Auch auf der Seele laden wir uns immer mehr Schrott auf. Wie schön das wär: Alles loswerden, was uns belastet. Die Dinge in der Wohnung genauso wie die alten Lasten auf der Seele. Alles auf einen Haufen und verbrennen, ein Feuer, kilometerweit zu sehen.