Ansprache beim MehrWegGottesdienst am 15.10.: Hier stehe ich, ich kann nicht anders

Hier stehe ich. Ich kann nicht anders.

Was für ein Satz! Was für eine Kraft, für eine Unbeugsamkeit! Da steht dieser kleine Mönch aus dem unbedeutenden Wittenberg vor dem Reichstag in Worms, vor den versammelten Fürsten und Bischöfen, und wird verhört. Und eigentlich ist ihm klar: Entweder, er widerruft alles, was er bisher geschrieben und gesagt hat, oder aber es geht ihm an den Kragen. Womöglich muss er sogar mit dem Leben dafür bezahlen.

Ich habe euch Leben und Tod vorgelegt, dass du das Leben erwählst.

Andacht im Dekanatsausschuss Schweinfurt, 28.9.2017
 

Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, dass du das Leben erwählst.

5.Mose 30,19

Die Losung für den Wahlsonntag! Wie passend. Es scheint, als hätten doch etliche den Fluch gewählt.

Warum dringen wir mit unserer Botschaft nicht durch? Zumal diese Menschen ja gerade Angst vor einer Entchristlichung haben?

Wagenkirche: Katholisch wählen!

Ach Heiko, am Sonntag ist Wahl, und ich weiß noch überhaupt nicht, was ich eigentlich wählen soll. Du etwa?

Also, so ganz sicher bin ich mir diesmal in der Tat auch nicht. Aber hingehen werde ich natürlich.

Irgendwie passt einfach keine Partei so ganz zu dem, was ich möchte. Und das scheint diesmal ganz vielen Menschen so zu gehen.

Ja, aber das ist ja kein Grund, die Wahl ganz ausfallen zu lassen. Da muss ich mich eben fragen, was für mich von den zentralen Aussagen der Parteien am wichtigsten ist.

Wort in den Tag: Fresh Expressions

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!

Na, schon ganz frisch heute morgen? Die Kirche jedenfalls ist es. Na ja, ok, zugegeben: Nur in manchen Teilen. „Frische Ausdrucksformen von Kirche“, oder auf Englisch: „Fresh expressions of church“, so heißt eine Bewegung, die neue Formen sucht für Menschen, die mit der Kirche, wie sie bisher war, nichts mehr anfangen können.

Wort in den Tag: Citykirche
Heiko Kuschel 14. September 2017 - 6:40

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!

Gestern habe ich Ihnen vom „Fremdsein in der Kirche“ erzählt. Und habe ganz kurz angedeutet, dass es heute viele verschiedene Ausdrucksformen von Kirche gibt. Immer wieder werde ich gefragt: „Welche Kirche ist denn jetzt eigentlich die Citykirche?“ Und dann sage ich: Citykirche – das ist kein Gebäude. Das sind Angebote für Menschen, die mit Kirche nicht viel am Hut haben.

Wort in den Tag: Fremd sein in der Kirche

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!

Ich lese gerade ein Buch mit einem seltsamen Titel. „Vom Wandern und Wundern. Fremdsein und prophetische Ungeduld in der Kirche“. Es geht also ums Fremdsein, sich fremd fühlen in der Kirche. Kennen Sie, oder?

Wort in den Tag: Vergessen!

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!

Schon mal mit so einem richtigen Schock aufgewacht? „Oh je, ich hab was ganz Wichtiges vergessen. Ich bin nicht vorbereitet. Was mach ich jetzt?“ Egal, ob Hausaufgaben, ein Referat für die Schule, ein wichtiger Beitrag für die Arbeit oder der Kuchen für die Geburtstagsfeier: So was zu vergessen ist echt unangenehm.

Wagenkirche: Von Glocken und Martinshörnern

Mensch, Heiko, hast du nicht auch schon mal daran gedacht, dass wir in unserer Wagenkirche Glocken einbauen könnten?

Glocken, aber wozu denn? Man hört uns doch auch so (wenn die Technik funktioniert). Aber vor allem ist doch unser Kirchlein mit dem hohen Turm gar nicht zu übersehen. 

Ja, da hast du auch wieder recht. Vielleicht wäre es auch ein bisschen viel, wenn wir auch noch Glocken hätten - geschweige denn, was wir dann noch für ein Gewicht ziehen müssten. Die lassen wir mal in den Kirchtürmen unserer Stadt, in den evangelischen und katholischen Gotteshäusern. 

Predigt: Meine Oma, Jack Sparrow und das verlorene Schaf

Liebe Gemeinde! Meine Oma litt ihr Leben lang an einem Verlust: Ihren Vater hatte sie nie kennengelernt. Denn damals, vor nun schon über hundert Jahren, war manches noch anders. Er war katholisch, sie evangelisch, das Kind war unterwegs. Doch sie durften nicht heiraten. Was genau dann geschah, weiß ich nicht. Jedenfalls wanderte mein Urgroßvater noch vor der Geburt seiner Tochter in die USA aus. Eine Weile schickte er noch gelegentlich Briefe, doch dann brach der Kontakt völlig ab. Erst, als meine Oma schon über 80 Jahre alt war, fanden wir ihn. Über ein Ahnenforschungsportal machte ich seinen Namen in einer Schiffspassagierliste ausfindig. In alten Volkszählungsunterlagen fand ich ihn wieder. Las dort, dass er geheiratet hatte, einen Sohn hatte: John Ankenbrand, nach seinem Vater Johann. Mit klopfendem Herzen suchte ich eine Telefonnummer heraus und rief einfach bei dem ersten Ankenbrand an, den ich in Pittsburg fand. Und hatte die Witwe des Halbbruders meiner Oma am Telefon.